am samstag sind wir von san juan del sur nach managua, die erste etappe habe wir mit dem spanischkurs nun hinter uns. die vier wochen san juan del sur haben gepasst und es war der richtige zeitpunkt von dort abzureisen - die letzten beiden spanischkurs-wochen waren gleich nett wie die ersten beiden, in der gastfamilie waren wir zwischenzeitlich fuenf estudiantes und mit der zeit kamen wir immer mehr drauf, dass unsere ultra-konservative gastfamilie mit den studenten dass totale business betreibt. einiges war am ende in der gastfamilie zu hinterfragen, wofuer aber hier (im weblog) nicht der platz ist, dennoch aber waren die vier wochen san juan del sur ein erster intressanter einblick in das nicaraguensische leben...
eine nachmittagsaktivitaet und wir haben dabei beide die lust nach mehr am reiten entdeckt
jacob und renae, zwei wohnungskollegen/innen
unsere zertifizierung zum intermedio bzw. fortgeschrittenen anfaenger
die letzen beiden wochen vor unserer abreise aus san juan haben sich die stimmen diverser spanischlehrer und andren nicaraguensischen personen gemehrt, "managua, muy peligroso y mucho ladrónes..."...sehr gefaehrlich und viele Diebe. eine dame meinte, sie glaube nicht, dass wir dreieinhalb monate hierbleiben werden, da neben den gefahren der strasse auch der verkehr sehr stark ist. naja, hatten dann doch grossen respekt vor der stadt, als wir samstags in managua ankamen. aber gleich vorweg: natuerlich unterscheidet sich das grosstadtleben hier etwas zu dem in europaeischen grosstaedten (zb. punkto armut, infrastruktur), aber es ist ganz und gar nicht so, dass jetzt hinter jeder ecke ein boesewicht lauert wie es uns manche menschen vermitteln wollten...und verkehrsmaessig spielt sich in graz gleich viel ab wie hier, gehupt wird hier halt duzendfach mehr, etwas mehr abgase der uralt-autobusse (die alten amerikanischen schulbusse) und unendlich viel muell.
wir sind dennoch eigentlich nach unseren ersteindruecken beide sehr positiv ueberrascht von managua, haetten es uns wilder vorgestellt. natuerlich muss man aufpassen, aber wir sind immer und ueberall auf der hut und fuehlen uns bislang sehr gut aufgeboben.
managua und sein stadtbild sind sehr stark gepraegt von der geschichte: sie liegt plattentektonisch sehr unguenstig, so dass es mit bestimmten zeitabstaenden zu starken erdbeben kommt. die letzten beiden waren in den jahren 1931 uns 1972, dass vor tiefe spuren hinerlassen hat. die ganzen finanziellen hilfsmitteln, die nicaragua aus der ganzen welt zugesandt wurden, streifte die familie somoza ein, ohne dass irgendein córdoba dem wiederaufbau oder der unterstuetzung der massenhaft obdachlosen menschen zu gute kam.
auf dem folgenden bild sieht man zb. ein hochhaus (das einzige in managua), daneben stand ein zweites, dass bei dem erdbeben zusammenfiel. gleich in der naehe befindet sich die maechtige alte kathedrale, die ebenso nur mehr eine ruine ist usw. und auf dem bild im hintergrund sieht man ein bisschen den lago de managua.
die stadt waechst und waechst (wie auch nicaragua selber) punkto bevoelkerung enorm schnell. momentan hat managua ca. 1,1 millionen einwohner, ein fuenftel der nicaraguanischen bevoelkerung lebt hier. die stadt selber hat kein zentrum - das stadtbild setzt sich im norden aus dem lago de managua im sueden aus den bergen und vulkanen, und dazwischen den barrios (stadtteilen), rotondos (die kreisverkehre - die orientierungspunkte) und den pistas (den hauptstrassen) zusammen. wie gesagt, viel wurde von der stadt zerstoert, danach entwickelte sich die stadt in alle richtungen und drunter und drueber weiter.
strassennamen gibt es keine wirklichen. namen haben die barrios, rotondos und wenige pistas. die adressen setzen sich vor allem aus orientierungspunkten und den vier himmelsrichtungen (al lago fuer norden, al montaña fuer sueden, arriba fuer osten - wo die sonne aufgeht - und abajo fuer westen wo sie untergeht).
unsere adresse in der CASA MIRIAM, wo wir wohnen und sich sarah's praktikumsstelle befindet, hat z.B. drei anschriften:
Casa Miriam, Altamira, del Restaurante La Plancha II, 2 1/2 c al lago, Casa MIRIAM # 335, Managua, Nicaragua. also im barrio altamira, zweieinhalb blocks neben dem restaurant la plancha II in richtung norden, die nummer 335.
oder: contiguo al parque del antiguo cine Altamira (actual supermercado Palí), casa # 335. also neben dem park neben dem alten kino altamira, was jetzt der supermarkt namens palí ist. hier ist dazuzusagen, dass es adressen und wegbeschreibungen gibt, die sich an gebaeuden orientieren, die es seit 1972 und laenger nicht mehr gibt.
die dritte variante ist aehnlich wie die zweite: Casa Miriam, que sita contiguo al parque de donde fue el cine Altamira, numero 335.
auf jeden fall ist das mit der orientierung und diese zu finden spannend und wird eine immer wieder nette aufgabe in den naechsten wochen.
unser zu hause fuer die naechste zeit: die Casa Miriam:
das wetter: managua ist ein einziger dampfkessel mit einem jahresschnitt von mehr als 28grad, vor allem von maerz bis mai hat es bestaendig ueber 30grad bei tag und nacht. wir schwitzen. es wuerde zwar den lago managua geben, aber der ist seit den 70iger wild verdreckt, und der lago tiscapa inmitten der stadt hat kein wasser mehr...
praktikum und arbeit: bevor dieser weblog eintrag zu lange wird schreiben wir die naechsten male mehr dazu. aber: sarah hat am montag mit ihrem praktikum in der rechtsberatung fuer frauen in der CASA MIRIAM begonnen, stefan beginnt am kommenden montag in einem projekt 'hombres contra violencia' zu arbeiten.
muchos saludos, sarah und stefan