Mittwoch, 11. April 2007

Semana Santa

Ist schon eine Zeit her seit dem letzten Eintrag, unsere Suche nach Orientierung, Aufgaben und Alltag, aber auch Einleben, Geniessen und Entdecken schritt voran und letzte Woche kam auch die Semana Santa hinzu, die Osterwoche, das hier Heiligste des Heiligen, die wir gleich zum Urlaubfahren nutzten!!! Allen im Nachhinein Frohe Ostern und
¡buenas! ¿Que tal?

Nach drei Wochen Praktikum hatten wir beide die Osterwoche ueber frei. So liess es sich leben- 3 wochen arbeit, 1 woche frei,... Das Palmwochenende verbrachten wir in der Laguna de Apoyo (45min. entfernt von Managua), die uns "Staedtern" als Naturparadies erschien und man kann auch schwimmen, JUHU.


Am Palmmontag kam dann Elke angeduest, die gerade in Honduras ihr Praktikum macht, und gemeinsam genossen wir sehr entspannende, planfreie Tage in Costa Rica.
Einerseits mussten wir sowieso mal nach Costa Rica um einen neuen Einreisestempel mit inkludierter Aufenthaltsgenehmigung fuer die naechsten 90 Tage zu erhalten. Andererseits liegt Costa Rica einige Meter mehr ueber dem Meeresspiegel als der Hauptteil von Nicaragua - und nicht nur das, auch eine Woche Schlechtwetter, taeglich Regen und Temperaturen wie gerade zuhause herschen muessten, erfrischten unser Herz und Gemuet!! !
Nachdem sich in der Semana Santa ganz Mittelamerika, dass nicht arbeiten muss, Richtung Meer bewegt, sind wir ins Landesinnere gefahren. Zuerst verbrachten wir drei Tage in Heredia und vertraten unsere Beinchen im wunderschoenen Nationalpark und "erklommen" die Lagune des Volcano Barva (auf herrlich kuehlen 2.900m), danach relaxten wir noch drei Tage in San José (die Hauptstadt). Speziell der Nationalpark war eine feine Abwechslung, da wir uns wieder herrlich frei bewegen konnten (wandern/spazieren/gehen, je nachdem), was in Managua doch nur schwer moeglich ist.

...die Laguna des Volcano Barva...

...ueppige Natur...
...Sonnetanken nach der Wolkenfront...

...relajar en San José...
Ein sehr nettes Erlebnis war unter anderem, dass uns drei Maenner (aus Nicaragua stammender Vater mit seinen Soehnen) beim hinuntergehen vom Vulkan mit ihrem Auto aufgelesen haben und uns nicht nur mit hinunter in die Stadt nahmen, sondern auch zum Kaffee in ihr Haus einluden. Die Einladung zu ihnen auch am Santa Viernes (der Karfreitag - ist hier ueberall ein Hoehepunkt) zu kommen schlugen wir aber aus.
Unsere ersten Eindruecke von Costa Rica sind gleich wie das was der Reisefuehrer sagt: das Costa Rica sehr touristisch ist und um sehr viel mehr amerikanisierter als Nicaragua. Aber eine erholsame Abwechslung und schoene Osterwoche, die mit einer Osterjause am Ostersonntag auf unserer Veranda in Managua endete. Keine Ahnung warum, aber wir haben Eier gekauft, die einfach nicht hart wurden (nach 2x10 Minuten lang kochen <-- Stefan hat Eier gekocht!), wodurch Eierpecken nicht drin war. Und statt Osterschinken gabs halt etwas mehr Gemuese.

Einen Alltag zu leben ist noch nicht ganz leicht, aber es wird und ‘Managua und wir’ nehmen Formen an. Vor der Osterwoche habe ich, Stefan, angefangen mich umzuschauen nach einer weiteren Arbeitsmoeglichkeit, da es mir rein bei den Hombres (der Asociacion Hombres contra la Violencia) eher passiv erschien zu arbeiten. Ich hatte keine wirkliche Aufgabe. Jetzt kann ich mich allerdings aktiver austoben in einem Waisenhaus/Kinderheim , im Divino Niño fuer Kinder zwischen 0,1 und 6 Jahren. Dort vormittags, bei den Hombres nachmittags und damit bin ich auch beschaeftigt wie Sarah.

Ich, Sarah bin mehr und mehr mit den Muchachas der Casa Miriam unterwegs. Die letzten zwei Tage waren wir in Esteli, im Norden bei einem "Taller" bei dem sich fast alle der "Asesorias legal" (Rechtsberatungen) von Miriam versammelten, fast 20 energiegeladene Frauen auf einem Haufen und ich muss sagen ich war total begeistert von dem Workshop, hab selten einen so gut organisierten, ausgewogenen und produktiven Workshop erlebt! Und vorallem hat mich auch das Thema voll interessiert, da es um die Entwicklung von besseren Methoden und Strategien in der Beratungsarbeit aber auch in der Praeventionsarbeit gegangen ist,... Bei der langen Busfahrt heim, habe ich mich das erste Mal "richtig angekommen" und auch "angenommen" gefuehlt.
Wir haben jetzt auch so etwas wie eine ‘Freizeitprogrammzeitschrift’ mit Filmpraesentationen und Konzerten und so entdeckt. Jetzt werden auch die Abende bunter, obwohl uns eigentlich nie langweilig ist! Im Kino waren wir auch einmal, El Illusionista’. Wir wussten vor dem Film nicht, dass dieser in Wien und Umgebung spielt – und fuer eineinhalb stuendchen wurde beim Anblick der Berge schon unser Heimweh etwas geschuert. Wobei nach der Woche in Costa Rica haben wir wieder mal so etwas wie Almen mit saftigem Gras und wohlgenaehrten Kuehen mit Kulleraugen gesehen und gespuert.
...Alltagsbeschaeftigung Waesche waschen...
...unser Zimmerchen...
Es lauft weiterhin gut, unser Zimmer haben wir jetzt auch ein bisschen umgestaltet, so dass wir uns mehr und mehr zu Hause fuehlen. Und wenn wir mal nicht weiter wissen haben wir noch immer unser Motto: TSCHAAAAAKAAAA!

Viele liebe Gruesse an alle, Umarmungen und ganz viele Gedanken, mucho suerte y aprazo, Sarita y Esteban
und zur Richtigstellung vom letzten Eintrag: in der Laguna Tiscapa in Managua gibt es doch etwas Wasser (schwer zu erkennen, auch kontaminiert). und: es gibt doch mehr als ein Hochhaus in Managua (Auge mal pi ca. 7, alle privat).